Das Rauschen des Meeres

Das Rauschen des Meeres ist mir lieber und vertrauter als die Geräusche der Stadt, die seltsam entrückt aus weiter Ferne an mein Ohr dringen und fremd anmuten. Das Rascheln der Blätter scheint natürlich, als wäre meine Umgebung nie anders gewesen. Man fragt mich, ob ich Lust hätte, an diverse Aktivitäten sozialer Art mitzumachen, doch ich verstecke mich lieber in meinem Schneckenhäuschen. Bin nicht erwünscht, und zwar von mir selber.

Es sind oft wunderbare Augen, in denen etwas Mystisches steckt, die scheinen als sei der Mensch dahinter wie eine epische Sage, geheimnisvoll und in weiter Ferne. Und die gefühlte Ferne, die Verschleierung wird bald real, es hängt in der Luft, bald könnte man mit einem Messer durchschneiden, ich weiß, ich fände nie einen Weg durch, ich komme nicht ans Ziel. Ich werde nicht erfahren, was hinter dem Hügel ist, denn hinter jedem erklommenen Hügel kommt ein weiterer. Ich komme nicht hinter das Geheimnis der Augen mit den vielen Farben, einige davon völlig neue, frisch erfundene, unendeckte. Es soll sich mir nicht offenbaren, es wird ewig vor mir verschlossen bleiben. Ich gehe wieder in das Schneckenhaus und höre das Meer rauschen.


2009


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